Lisa Kapteinat: „Nicht einmal jede dritte Mutter im Vollzeitjob: Die Teilzeitfalle ist ein strukturelles Problem, kein privates“

Lisa Kapteinat: „Nicht einmal jede dritte Mutter im Vollzeitjob: Die Teilzeitfalle ist ein strukturelles Problem, kein privates“

Zu den heute vom Statistischen Landesamt IT.NRW veröffentlichen Zahlen zur Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern erklärt Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Wenn neun von zehn Vätern, aber nicht einmal jede dritte Mutter in Vollzeit arbeiten, dann ist diese Schieflage kein individuelles Problem, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheit. Wer in dieser Situation – wie jetzt auf Bundesebene geplant – beim Elterngeld kürzt, verschärft die Ungerechtigkeit und gefährdet die wirtschaftliche Sicherheit von Familien. Die geplanten Kürzungen beim Elterngeld im Bund sind kontraproduktiv und gesellschaftspolitisch völlig aus der Zeit gefallen.

Die Anhörung zu unserem Antrag „NRW muss funktionieren. Echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis 2030 möglich machen.“ hat unmissverständlich gezeigt, dass Familien stabile Strukturen brauchen und Gleichberechtigung strukturell unterstützt werden muss: Durch verlässliche Betreuungsangebote und finanzielle Entlastungen beispielsweise bei haushaltsnahen Dienstleistungen. Ansonsten wird die Ungleichheit zwischen den Elternteilen zementiert und eine gleichberechtigte Aufteilung der Sorgearbeit bleibt ein frommer Wunsch. Dass die Durchschnittsdauer von Elterngeld 2025 in Nordrhein-Westfalen immer noch bei Vätern bei vier Monaten und bei Müttern bei 15,1 Monaten lag, ist auch ein Beleg dafür, dass die schwarz-grüne Landesregierung die vergangenen Jahre gleichstellungspolitisch verschlafen hat.“

Rede zum Ruhrgebiet und der Ruhr-Konferenz der Landesregierung – Plenartage NRW

Rede zum Ruhrgebiet und der Ruhr-Konferenz der Landesregierung – Plenartage NRW

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CDU und Grünen ist das Ruhrgebiet egal. Das Potenzial, das trotz der großen Herausforderungen in der Region steckt, lässt die Landesregierung unter Ministerpräsident Hendrik Wüst ungenutzt. Das wird besonders am Beispiel der Ruhr-Konferenz deutlich, eine Initiative von Armin Laschet aus dem Jahr 2018. Gelder, die dafür im Haushalt bereitgestellt wurden, konnten nicht verausgabt werden und sind deshalb für andere Aufgaben ausgegebene worden. 2024 wurden von 700.000 Euro nur 397,64 Euro genutzt. Wir müssen leider feststellen, dass die Ruhrkonferenz als ehemaliges strukturpolitisches Prestigeprojekt gescheitert ist. Mehr dazu auch hier: https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD18-19001.pdf

Rede zu guten Arbeitsbedingungen für eine starke Wirtschaft in NRW vom 07. Mai 2026 – Plenartage NRW

Rede zu guten Arbeitsbedingungen für eine starke Wirtschaft in NRW vom 07. Mai 2026 – Plenartage NRW

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Nordrhein-Westfalen steht wirtschaftlich unter erheblichem Druck – mit großen Auswirkungen auf Unternehmen und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Im März 2026 waren 789.840 Menschen in NRW arbeitslos gemeldet. Allein im letzten Jahr mussten 6.502 Unternehmen in Nordrhein-Westfalen Insolvenz anmelden. Lange sicher geglaubte Arbeitsplätze fallen weg oder sind vom Wegfall bedroht. Geopolitische Spannungen und Negativeinflüsse des Kriegs im Iran auf die Rohstoffversorgung sowie Lieferketten und damit auf die Wirtschaftslage verschlechtern die Situation zusätzlich. Die in der Konsequenz steigenden Preise und Kosten für Energie erhöhen nicht nur den Druck auf Unternehmen und damit auf Arbeitsplätze. Sie sind auch eine große Belastung für viele Familien in Nordrhein-Westfalen. Menschen mit geringem Einkommen sind besonders belastet aber auch für Haushalte mit mittlerem Einkommen sind die steigenden Kosten zur Herausforderung im Familienalltag geworden. Wir haben als SPD einen Antrag in den Landtag eingebracht, mit dem wir Arbeitskräfte stärken und Arbeitsplätze sichern, Ausbildungschancen verbessern, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf endlich ermöglichen und die Wirtschaft stärken. Zum Antrag geht’s hier: https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD18-18995.pdf

Rede zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung des Bundes vom 06. Mai 2026 – Plenartage NRW

Rede zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung des Bundes vom 06. Mai 2026 – Plenartage NRW

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Die gesetzliche Krankenversicherung ist eine der großen solidarischen Errungenschaften unseres Landes. Sie garantiert – besonders deutlich im Kontrast zur USA -, dass Krankheit nicht arm macht und grundsätzlich jede:r im Krankheitsfall schnell Hilfe bekommt. Klar ist, die GKV steht unter erheblichem Druck: demografischer Wandel, steigende Beitragssätze, und eine Lücke von rund 15 Milliarden Euro. Als SPD wünschen wir uns eine solidarische Bürgerversicherung, die nicht zwischen gesetzlich und privat Versicherten unterscheidet. Dafür gibt es aktuell keine Mehrheit, es braucht einen Kompromiss. Deswegen ist es gut, dass die Bundesregierung eine Finanzkommission beauftragt hat, Vorschläge zu erarbeiten. Klar für uns als SPD ist aber: Nicht jede Sanierung ist gerecht, und nicht jede Einsparung ist verantwortbar. Die Mitversicherung gehört für uns nicht in dieses Sparpaket. Außerdem ist die geplante Nichtrefinanzierung von Tarifsteigerungen in der Pflege angesichts des Pflegenotstands das falsche Signal. Die SPD-Bundesfraktion verhandelt dieses Gesetz jetzt mit einem klaren Auftrag. Die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler dürfen nicht alleinige Zahler der Reform sein, kein Kassensturz auf dem Rücken derer, die jeden Monat ihren Beitrag leisten. Denn Solidarität bedeutet: Die Starken tragen mehr. Der Staat übernimmt Verantwortung, und niemand fällt durchs Raster. Dafür stehen wir, und dafür lohnt es sich auch zu streiten

Rede zur Hausarztversorgung in Nordrhein-Westfalen vom 19. März 2026 – Plenartage NRW

Rede zur Hausarztversorgung in Nordrhein-Westfalen vom 19. März 2026 – Plenartage NRW

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In Westfalen-Lippe gibt es deutschlandweit am wenigstens Hausärztinnen und Hausärzte pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner – bundesweites Schlusslicht. Das ist dramatisch, den die Hausarztpraxis ist für ganz viele Menschen die erste Ansprechstation bei Fragen rund um die eigene Gesundheit. Insbesondere wenn hausärztlichen Praxen über das Primärarzt-System zukünftig noch mehr Verantwortung zukommen soll, wie Minister Laumann Anfang März vorgestellt hat, kann sich Nordrhein-Westfalen solche Versorgungslücken nicht leisten. Terminstau und lange Wartezeiten sind schon jetzt für viele Patientinnen und Patienten, aber auch das Fachpersonal in Praxen eine große Belastung. Der Bedarf wird weiterhin steigen. Je älter man wird, desto eher ist man auf eine gute hausärztliche Versorgung angewiesen, nicht nur als Patientin oder Patient selbst, sondern als gesamte Familie. Denn: Wer behält die Arzttermine der Schwiegermutter im Blick? Wer fährt den fast 80-jährigen Onkel in die Praxis? Wer kümmert sich um all die Rezepte, die zum Beispiel bei einer Behandlung von Parkinson notwendig sind? Für Menschen, die sich kümmern, ist diese Versorgungslage ein akuter Stresstest. Deshalb haben wir die hausärztliche Versorgung auf die Tagesordnung im Plenum gesetzt und die Landesregierung in einer Aktuellen Stunde dazu aufgefordert, dem Praxissterben einen Riegel vorzuschieben und tätig zu werden.

Lisa Kapteinat: „Geburtshilfliche Versorgung zunehmend unter Druck: Minister Laumann muss handeln!“

Zur Veröffentlichung des aktualisierten Krankenhausatlas durch das Statistische Landesamt und zu den Zahlen zur Erreichbarkeit der Fachabteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in NRW erklärt Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Die neuen Daten des Krankenhausatlas sprechen eine klare Sprache: Die Erreichbarkeit der Fachabteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe hat sich weiter verschlechtert Die Zahl der Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen mit einer Fachabteilung Frauenheilkunde und/oder Geburtshilfe ist seit 2018 um rund 15 Prozent zurückgegangen von 157 auf 134 im Jahr 2024. Auch die Zahle der Entbindungen in NRW-Krankenhäusern verringerte sich von 167.802 im Jahr 2018 auf 150.277 im Jahr 2024, was einem Rückgang um 10,4 Prozent entspricht. Besonders alarmierend sind die Zahlen der Erreichbarkeit: Je ländlicher der Wohnort, desto geringer wir der Anteil der Frauen, die ein Krankenhaus in angemessener Zeit (15 Minuten) erreichen können. In Mittelstädten trifft dies auf 69,5 Prozent (Bund: 73,4 Prozent) und in ländlichen Gemeinden sogar nur auf leidglich 20 Prozent (Bund: 29,9 Prozent) zu. Beide Werte liegen deutlich unter dem Bundesschnitt. Das ist ein fatales Signal, insbesondere weil Frauen in ländlichen Regionen bis zu 45 Minuten zur nächsten Geburtshilfe benötigen.

Diese Verschlechterung zeigt deutlich, dass die bisherige Krankenhausplanung in zentralen Bereichen nicht ausreicht, um eine verlässliche Versorgung sicherzustellen. Eine Planung, die solche Entwicklungen zulässt, weist klare Lücken auf und muss dringend überprüft und weiterentwickelt werden. Strukturen, die auf dem Papier funktionieren, reichen nicht aus, wenn sie im Alltag zu längeren Wegen und schlechterer Erreichbarkeit führen.

Gerade in der Geburtshilfe ist eine gute Erreichbarkeit unverzichtbar. Frauen müssen in einer medizinischen Ausnahmesituation wie der Geburt darauf vertrauen können, ein Krankenhaus in angemessener Zeit erreichen zu können. Die aktuellen Zahlen machen unmissverständlich deutlich, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Die Versorgung muss so organisiert werden, dass sie zuverlässig, sicher und wohnortnah bleibt.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ist jetzt in der Verantwortung, die richtigen Schlüssen aus der Realität zu ziehen. Eine sichere Versorgung für Frauen und deren Neugeborene ist unerlässlich und darf nicht weiter zu Unsicherheiten bei Schwangeren und deren Familien führen.“

Lisa Kapteinat: „Fluchtministerin a.D. im Zeugenstand: Welche Verantwortung trägt Innenminister Reul?“

In der heutigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses V („Terroranschlag vom 23.08.2024“) wurde am Nachmittag die ehemalige Fluchtministerin Josefine Paul als Zeugin befragt. Bereits vor einem Jahr zeichneten sich Widersprüche und Fehler im Fluchtministerium ab, weshalb SPD und FDP wiederholt die Ladung der damaligen Ministerin beantragt hatten. Dies wurde von den regierungstragenden Fraktionen stets abgelehnt. In ihrer Befragung heute rechtfertigte die ehemalige Ministerin ihr tagelanges Abtauchen. Zudem berichtete Frau Paul, dass ihr damaliges Haus vom CDU-Innenministerium keinerlei Meldungen über wichtige Ereignisse („WE-Meldungen“) am Anschlagswochenende erhalten hatte. Im Nachgang dazu habe sich CDU-Innenminister Herbert Reul für diese Informationsblockade nicht bei ihr entschuldigt. Im Anschluss erklärte Lisa Kapteinat, Obfrau der SPD-Fraktion im PUA V:

„Die ehemalige Fluchtministerin Josefine Paul ist kurz vor ihrer Vernehmung als Zeugin im PUA V zurückgetreten. Vor diesem Schritt haben wir Respekt. Doch zeigte sich in der heutigen Vernehmung: Die misslungene Abschiebung des späteren Attentäters von Solingen, das viertägige Abtauchen nach dem Anschlag und die zahlreichen Blockaden bei der Aufklärung im PUA V sind nur einige der Punkte, für die Frau Paul mitverantwortlich war.

Inzwischen wird aber immer deutlicher, dass hinter diesem Kommunikationsdesaster ein handfester Konflikt zwischen dem grünen Fluchtministerium und dem Innenressort von CDU-Mann Herbert Reul steht. Meldungen über wichtige Ereignisse wie zu dem Terroranschlag wurden nicht weitergeleitet, Staatsekretäre tauschten sich nicht aus und in internen Chats wurde davor gewarnt, das andere Ministerium könne mit seinen Inhalten die Überhand gewinnen und die eigenen würden „geschreddert“. Des Weiteren mutmaßten Personen des Leitungsbereichs im Innenministerium, Frau Paul würde mit ihrer Strategie nicht durchkommen. Doch Reuls Haus hatte es unterlassen, ihr diese Bedenken mitzuteilen. Dieser Streit belastete die Handlungsfähigkeit der Landesregierung rund um den Terroranschlag und ist offensichtlich immer noch ungelöst. Frau Paul konnte zumindest – außer, dass man später wohl darüber gesprochen habe – über keine konkreten Konsequenzen berichten.“

Lisa Kapteinat: „Schwarz-Grün zwischen Desinformation und Dysfunktion – Staatssekretär Bahr nicht länger tragbar“

In der heutigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses „Terroranschlag vom 23.08.2024“ (PUA V) wurden in den ersten beiden Vernehmungen zunächst die Abteilungsleiterin für Integration im Fluchtministerium sowie Staatssekretär Lorenz Bahr als Zeugen befragt.

Die Abteilungsleiterin berichtete, wie sie bereits am frühen Morgen nach dem Anschlag Staatssekretär Bahr kontaktiert und der ehemaligen Ministerin Paul ihre Hilfe angeboten habe. Die Kommunikation hierzu war dem PUA V lange vorenthalten worden. So bestätigte die Zeugin, dass sie die Daten schon im Januar 2025 für die Übermittlung an den PUA zur Verfügung gestellt habe. Den Untersuchungsausschuss haben diese Akten allerdings erst ein Jahr später – im Januar 2026 – erreicht. In der Zwischenzeit hatte die Landesregierung stets den Eindruck zu erwecken versucht, als gäbe es in den Akten keine relevante Kommunikation, die von den Beweisbeschlüssen gedeckt seien. Das hat sich inzwischen als unhaltbar erwiesen.

Darüber hinaus kam in der Vernehmung von Staatssekretär Bahr heute zum Vorschein, dass dem PUA offenbar weitere Kommunikationsdaten vorenthalten werden. So erwähnte der Staatssekretär Kontaktaufnahmen, die er möglicherweise mit seinem privaten Telefon geführt haben könnte, jedoch dem Untersuchungsausschuss trotz eindeutiger Beweisbeschlüsse bis heute nicht bekannt waren. Zudem scheint er seine Abteilungsleiterin, der sehr frühzeitig das Ausmaß und die Tragweite des Geschehens bewusst gewesen ist, nicht sachgerecht informiert zu haben. Hierzu erklärt Lisa Kapteinat, Obfrau der SPD-Fraktion im PUA V:

„Staatssekretär Lorenz Bahr ist spätestens nach der heutigen Vernehmung nicht länger tragbar. Ganz abgesehen von seinem völlig uneinsichtigen Auftritt hat er allem Anschein nach dem PUA Akten vorenthalten und auch innerhalb seines Hauses mit seinen Führungsverantwortlichen nicht wahrheitsgetreu kommuniziert. Wenn es einen Beweis für Dysfunktionalität in der Landesregierung gibt, dann hat ihn der Staatssekretär heute geliefert. Mein Vertrauen in Herrn Bahr ist mit der heutigen Vernehmung aufgebraucht. Auch er muss den Weg frei für einen Neuanfang machen.

Gleichzeitig zeichnen die bisherigen Vernehmungen dieser Woche ein besorgniserregendes Bild der Landesregierung: Statt in einer solchen Krise Hand in Hand zusammenzuarbeiten, wurde wenige Stunden nach dem Anschlag politisch taktiert und der Koalitionspartner mit Argwohn beäugt. Während man sich im grünen Fluchtministerium gegenseitig vor dem CDU-Innenminister warnte, ließ dieser wiederum die Fluchtministerin bewusst im Dunkeln. Schwarz-Grün hat sich an diesem Wochenende fortlaufend zwischen Desinformation und Dysfunktion bewegt. Dieses Verhalten der Landesregierung von Hendrik Wüst war verantwortungslos.“

Lisa-Kristin Kapteinat: „Für Rettungsfahrten dürfen keine Gebühren erhoben werden – Gesundheitsminister Laumann muss heute endlich liefern.“

Heute Nachmittag befasst sich der Gesundheitsausschuss des Landtags mit den geplanten Änderungen rund um Rettungsfahrten und das Rettungswesen in Nordrhein-Westfalen. Die Behandlung des Themas im Ausschuss geht auf eine Initiative der SPD-Fraktion zurück, die einen Bericht der Landesregierung eingefordert hatte. Hierzu erklärt Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Seit Monaten fordern wir als SPD-Fraktion, dass für Einsätze des Rettungsdienstes keine zusätzlichen Gebühren erhoben werden dürfen. Bürgerinnen und Bürger dürfen nicht in Situationen finanziell belastet werden, in denen sie dringend medizinische Hilfe benötigen. Diese klare Botschaft liegt auf dem Tisch – und wir erwarten, dass Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sie endlich aufgreift. Bereits vor Wochen hatte der Minister eine Lösung angekündigt; bis heute jedoch keinerlei Vorschläge vorgelegt. Zudem stocken die Verhandlungen zwischen Krankenkassen und Kommunen. Offensichtlich lässt Laumanns Einfluss weiter nach. Wir erwarten im heutigen Ausschuss klare Antworten: Wie will die Landesregierung die Menschen in NRW konkret entlasten? Welche Schritte sind geplant, um die rechtliche Unsicherheit rund um Rettungsfahrten zu beenden? Das Thema duldet keinen weiteren Aufschub.

Wenn Minister Laumann meint, dass sich Nordrhein-Westfalen mit seinen Positionen im Bund jederzeit durchsetzen könne, dann muss das doch gerade bei der anstehenden Reform des Rettungswesens auf Bundesebene gelten. NRW braucht eine starke Stimme in Berlin – für ein modernes, gerechtes und verlässliches Rettungssystem. Parallel zur Debatte auf Bundesebene muss die Landesregierung das nordrhein-westfälische Rettungsgesetz zügig reformieren. Die Herausforderungen für Rettungskräfte, Leitstellen und Kommunen sind längst bekannt. Jetzt braucht es Tempo und konkrete Lösungsansätze – nicht nur Ankündigungen.“

Lisa Kapteinat / Dr. Werner Pfeil: „Desinformation als Methode?“

In der heutigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses V („Terroranschlag vom 23.08.2024“) wurde unter anderem der ehemalige Inspekteur der Polizei (IdP) Schemke als Zeuge gehört. Der Zeuge bestätigte, dass er als IdP Innenminister Reul noch am Tag nach dem Anschlag dazu geraten habe, die ehemalige Ministerin Paul auf Grund der politischen Brisanz der Umstände proaktiv zu informieren. Minister Reul tat dies nicht. Des Weiteren zeigte sich der Zeuge irritiert von der fehlenden Steuerung der sogenannten WE-Meldung an das Fluchtministerium und das Justizministerium. Hierzu erklären Lisa Kapteinat, Obfrau der SPD-Fraktion, und Dr. Werner Pfeil, Obmann der FDP-Fraktion im PUA V:

Lisa Kapteinat:

„Offensichtlich war sowohl für den ranghöchsten Polizisten des Landes als auch für die Staatssekretärin im Innenministerium bereits am Samstagabend des Anschlagswochenendes klar: Minister Reul hätte die ehemalige Ministerin Paul unverzüglich informieren müssen. Warum sich der Minister trotz des expliziten Hinweises dagegen entschieden hat, wird er erklären müssen. Genauso wie die Frage, warum weder das grüne Fluchtministerium noch das grüne Justizministerium trotz der Amok- bzw. Anschlagslage per sogenannter WE-Meldung auf dem üblichen Dienstweg informiert wurden, obwohl auch das der ehemalige ranghöchste Polizist als zwingend notwendig bezeichnet hat. Es scheint, als wäre Desinformation an diesem Wochenende Methode gewesen.“

Dr. Werner Pfeil:

„Erstens trägt Innenminister Reul die Verantwortung dafür, die damalige Fluchtministerin Paul nicht unmittelbar von seinen Erkenntnissen unterrichtet zu haben. Hierbei ist aber auch zu berücksichtigen, dass Paul bereits am Samstagabend aus anderen Quellen von der Betroffenheit ihres Hauses wusste, ohne ins Handeln zu kommen. Zweitens ist jetzt ganz offenkundig, dass die Zusammenarbeit innerhalb der Landesregierung am Anschlags-Wochenende von Solingen nicht funktioniert hat. Weder Justiz- noch Fluchtministerium wurden am Samstagabend per WE-Meldung aus dem Innenministerium informiert, obwohl ihre Betroffenheit hier bereits bekannt war, was der damalige Inspekteur der Polizei Nordrhein-Westfalen heute als ‚Fehler‘ bezeichnete. Hinzu kommt mangelnde Transparenz: Die Einsatz- und Dienstpläne des Lagezentrums im Innenministerium, in dem diese WE-Meldungen erstellt und versandt wurden, liegen dem Untersuchungsausschuss bis heute nicht vor. Warum diese zentralen Dokumente noch immer fehlen, muss Innenminister Reul uns erklären und sie unverzüglich nachliefern. Denn nur dann kann der Untersuchungsausschuss auch wirklich aufklären, ob es sich bei diesen Kommunikationsproblemen um ein strukturelles Organisationsversagen innerhalb der schwarz-grünen Landesregierung handelt.“