Lisa Kapteinat: „BAMF-Chef stellt NRW miserables Zeugnis aus – Ministerin Paul muss sich endlich vor dem Untersuchungsausschuss erklären“

Lisa Kapteinat: „BAMF-Chef stellt NRW miserables Zeugnis aus – Ministerin Paul muss sich endlich vor dem Untersuchungsausschuss erklären“

In der heutigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses „Terroranschlag vom 23.08.2024“ (PUA V) wurde der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Herr Dr. Hans-Eckard Sommer, als Zeuge befragt. Hierzu erklärt Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende und Obfrau der SPD-Fraktion im PUA V:

„Der Präsident des BAMF hat heute eines sehr deutlich gemacht: Die Organisation asyl- und ausländerrechtlicher Fragen innerhalb der NRW-Landesregierung ist mehr als dysfunktional. Während andere Bundesländer die Themen über die Innenministerkonferenz koordinieren, sei die schwarz-grüne Landesregierung in diesem Gremium nicht sprechfähig. Das liege daran, dass die zuständige Abteilung im Ministerium von Frau Paul und nicht im Ministerium von Herr Reul angesiedelt ist. Der BAMF-Chef hat Nordrhein-Westfalen deshalb heute ein miserables Zeugnis ausgestellt.

Auch mit Blick auf die Zuständigkeit der Bundesländer für Abschiebungen sieht der BAMF-Chef in der dysfunktionalen Organisation der Landesregierung eine Ursache für die misslungene Rücküberstellung des mutmaßlichen Attentäters vom 23.08.2024. Abschiebungen seien schwierigste polizeiliche Aufgaben und könnten nicht ohne Weiteres durch Verwaltungsmitarbeitende durchgeführt werden. Zu Erinnerung: Die Zuständigkeit für asyl- und ausländerrechtliche Fragestellungen wurde unter der CDU-geführten Landesregierung aus dem Innenministerium herausgelöst.

Offenbar gab es aber auch über diese strukturellen Defizite hinaus große Versäumnisse der Landesregierung bei der Durchführung der geplanten Abschiebung des mutmaßlichen Attentäters. Dieser sollte eigentlich gemäß der Dublin-III-Verordnung im Juni 2023 nach Bulgarien rücküberstellt werden. Das scheiterte jedoch, nachdem er am Tag seiner geplanten Abschiebung nicht im Zimmer seiner Unterkunft anzufinden war. Einen weiteren Versuch innerhalb der Frist von sechs Monaten unternahmen die NRW-Behörden nicht.

Besonders brisant: Der mutmaßliche Attentäter war bereits im April 2023 für mehrere Tage nicht in seiner Unterkunft. Das BAMF hätte in Kenntnis dieses Falls prüfen können, ob der mutmaßliche Attentäter deshalb im Sinne der Dublin-Verordnung ,flüchtig‘ gewesen ist. Dies hätte zur Folge gehabt, dass sich die Frist zur Rücküberstellung um ein Jahr weiter verlängert hätte. Das Problem: NRW meldete diese Abwesenheit im April 2023 aber nicht an das BAMF, eine entsprechende Prüfung konnte somit gar nicht erst stattfinden.

Einmal mehr ist durch die heutige Vernehmung deutlich geworden, dass es bei Asyl- und Ausländerrechtsfragen in der NRW-Landesregierung drunter und drüber geht. Es ist an der Zeit, dass die zuständigen Fluchtministerin Josefine Paul endlich vor dem PUA dazu Stellung bezieht. Schwarz-Grün darf die Vernehmung nicht länger blockieren.“

Jochen Ott / Lisa Kapteinat zum Jahrestag des Terroranschlags vom 23.8.2024: „Blockade der Aufklärung ist beschämend“

Jochen Ott / Lisa Kapteinat zum Jahrestag des Terroranschlags vom 23.8.2024: „Blockade der Aufklärung ist beschämend“

Am morgigen Samstag, 23. August 2025, jährt sich der Terroranschlag von Solingen. Auf dem Stadtfest „Festival der Vielfalt“ starben vor einem Jahr drei Menschen und weitere acht Menschen wurden verletzt. Hierzu erklären Jochen Ott, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW, und Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende und Obfrau der SPD-Fraktion im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Terroranschlag vom 23.8.2024“ (PUA V):

Jochen Ott:

„Auch ein Jahr nach dem schrecklichen Attentat vom 23. August 2024 sind unsere Gedanken bei den Familien der Opfer und den Überlebenden, die immer noch unter körperlichen Einschränkungen oder psychischen Folgen der Messerattacke leiden. Seit drei Monaten läuft nun am Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess gegen den mutmaßlich islamistischen Täter, der den Messerangriff gestanden hat, und führt hoffentlich bald zu einem Urteil. Auf der Seite der Politik können wir aber immer noch nicht die Frage beantworten, ob der Anschlag hätte verhindert werden können. In den Tagen nach dem Messerangriff hatten noch alle unisono eine umgehende sowie umfassende Aufklärung gefordert und einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss angekündigt. Ein Jahr später müssen wir leider feststellen, dass die Regierung und die sie tragenden Fraktionen die Aufklärung im Untersuchungsausschuss blockiert – wahlweise um mögliche Fehler zu vertuschen oder die schlechte Kommunikation der Landesregierung zu kaschieren. Vor allem gegenüber den Opfern, ihren Familien und den Überlebenden ist das beschämend.“

Lisa Kapteinat:

„Statt der von Ministerpräsident Hendrik Wüst kurz nach dem Anschlag angekündigten maximalen Transparenz erleben wir durchgehend die maximale Blockade der schwarz-grünen Koalition; Anspruch und Wirklichkeit dieser Landesregierung stehen in keinem Verhältnis. Noch kein Ministerium hat bis heute eine Vollständigkeitserklärung abgegeben, dem PUA alle Informationen und Unterlagen gegeben zu haben. Chatnachrichten von Regierungsmitgliedern wurden offenbar rechtswidrig gelöscht, Beweisanträge der Opposition von CDU und Grünen unter Inkaufnahme von Verfassungsverstößen abgelehnt und das Verfahren verschleppt. Sei es durch die Ladung von irrelevanten Zeugen, durch die Abladung relevanter Zeugen oder durch eine ausufernde Bestellung von Sachverständigen: Die schwarz-grüne Koalition nutzt jedes Mittel, um den PUA künstlich in die Länge zu ziehen und seine Kontrollfunktion zu sabotieren. Ein Jahr nach dem Anschlag hat auf Grund dieser schwarz-grünen Aufklärungsblockade noch kein einziges Mitglied der Landesregierung dem PUA Rede und Antwort gestanden. Auch nicht die zuständige Fluchtministerin Josefine Paul, die nach dem Anschlag tagelang einfach abgetaucht war und anschließend das Parlament und die Öffentlichkeit monatelang ins Gesicht gelogen hat. Eine Vernehmung der Fluchtministerin rückt wegen CDU und Grünen in weite Ferne – das ist das Gegenteil von maximaler Transparenz!“

Rede zum kostenlosen Mittagessen für alle Kinder in NRW vom 10. Juli 2025 – Plenartage NRW

Rede zum kostenlosen Mittagessen für alle Kinder in NRW vom 10. Juli 2025 – Plenartage NRW

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Fast jedes vierte Kind in Nordrhein-Westfalen lebt in einem einkommensarmen Haushalt. Das bedeutet: Kein Frühstück, kein Pausenbrot – und das Schulessen kostet oft bis zu 5 Euro pro Tag. Für viele Familien ist das schlicht nicht bezahlbar. Das ist nicht nur ungerecht – das ist beschämend. Bildung beginnt mit einem vollen Magen. Ein kostenloses Mittagessen in Kitas und Schulen ist kein Luxus, sondern ein Grundbedürfnis. Es fördert Konzentration, soziale Teilhabe und Gesundheit. Es schafft echte Chancengleichheit – unabhängig vom Einkommen der Eltern. Die Landesregierung hat vor zwei Jahren einen Pakt gegen Kinderarmut angekündigt. Doch die aktuellen Zahlen zeigen: Es ist kaum etwas passiert. Förderprogramme wie das Bildungs- und Teilhabepaket oder der Härtefallfonds „Alle Kinder essen mit“ greifen zu kurz und sind viel zu bürokratisch. Wir fordern: ein gesundes, kostenfreies Mittagessen für alle Kinder und Jugendlichen in NRW, gleiche Bedingungen an allen Schulen und Kitas – keinen Flickenteppich und weniger Bürokratie und mehr direkte Hilfe. Wie viel ist uns ein voller Teller wert? Wir machen ein klares Angebot für mehr Bildungsgerechtigkeit und soziale Teilhabe.

Lisa Kapteinat: „Systematische Fehler beim NRW-Fluchtmanagement – Ministerin Paul hat offenbar kein Interesse an ihrem eigenen Verantwortungsbereich“

Lisa Kapteinat: „Systematische Fehler beim NRW-Fluchtmanagement – Ministerin Paul hat offenbar kein Interesse an ihrem eigenen Verantwortungsbereich“

In der gestrigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses V („Terroranschlag vom 23.08.2024“) berichtete ein Mitarbeiter der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) Bielefeld von systematischen Mängeln im NRW-Fluchtmanagement. Zudem versucht das Fluchtministerium in der aktuellen Ausgabe des Landtagsblogs abermals zu erklären, aus welchen Gründen Ministerin Paul am Anschlagswochenende nicht erreichbar gewesen sein soll. Zuvor hatte der Kölner Stadt-Anzeiger aufgedeckt, dass die Ministerin mehrfach Zeit gehabt hätte, auf den Kontaktversuch von Innenminister Reul zu reagieren. Hierzu erklärt Lisa Kapteinat, Obfrau der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„In der gestrigen PUA-Sitzung wurde Eines nochmal sehr deutlich: Fluchtministerin Paul hat sich offenbar viel zu lange nicht für ihren eigenen Verantwortungsbereich interessiert. Anders lassen sich die gravierenden Mängel, welche der Mitarbeiter der ZAB dargelegt hat, nicht erklären. So berichtete der Mitarbeiter unter anderem, dass das An- und Abwesenheitssystem in den Flüchtlingsunterkünften NRWs alles andere als verlässlich ist. Zur Erinnerung: Der mutmaßliche Attentäter des Anschlags vom 23.08.2024 wurde am Tag seiner geplanten Rücküberstellung nicht angetroffen, obwohl dieser noch am Vorabend laut System anwesend gewesen sein soll. Auch im Verlaufe des Tages der geplanten Rücküberstellung soll der Tatverdächtige wieder in seiner Unterkunft gewesen sein. Der Mitarbeiter der ZAB Bielefeld – welche im Verantwortungsbereich von Fluchtministerin Paul liegt – führte weiter aus, dass man bei geplanten Abschiebungen grundsätzlich die Betroffenen häufiger nicht antreffen würde, als das man sie antreffen würde.

Diese Zustandsbeschreibung ist ein Armutszeugnis der schwarz-grünen Landesregierung. Fluchtministerin Paul sprach kurz nach dem Anschlag immer wieder von systematischen Fehlern – zeigte mit dem Finger aber immer nur in die Richtung von Anderen. Nun wird immer offensichtlicher, dass vor allem in ihrem eigenen Verantwortungsbereich jahrelang Stillstand herrschte. Beispiel An- und Abwesenheitssystem in den Unterkünften: Mittlerweile musste die Fluchtministerin einräumen, dass alle ZABen in NRW viele Monate, teils über ein Jahr vor dem Anschlag, einen Zugriff auf dieses System vom Ministerium erhalten wollten – doch passiert ist nichts. Warum wurde dieses System nicht umgehend auf Wunsch der eigenen Experten angepasst? Die Ministerin schweigt dazu und bleibt dem Untersuchungsausschuss lieber fern.

Stattdessen fällt Ministerin Paul in letzter Zeit vor allem mit knappen, teils ausweichenden Pressestatements auf, welche ihr Abtauchen am Anschlagswochenende erklären sollen. Die jüngste Einlassung: Der Start des Programms am Sonntag sei spontan am Vorabend vorverlegt worden. Mit dieser Ausflucht der Ministerin stellen sich erneut viele Fragen: Wie kann es sein, dass die Ministerin morgens vom Innenminister kontaktiert wird und trotz angeblich vorverlegter Veranstaltung erst am Nachmittag wieder erreichbar ist? Und unabhängig von der SMS des Innenministers am Sonntagmorgen wussten ihr Ministerium und die Hausspitze doch alle Details über den Tatverdächtigen bereits am Vortag: Warum telefonierte die Ministerin nicht einmal vor der Veranstaltung, um sich zu informieren? Warum hat sie sich nicht verantwortlich gefühlt? Das sind alles Fragen, die die Ministerin nur selbst beantworten kann – doch in den Untersuchungsausschuss will sie immer noch nicht kommen.“

Rede zum Ruhrgebiet & der gerechten Verteilung des Sondervermögen vom 05. Juni 2025 – Plenartage NRW

Rede zum Ruhrgebiet & der gerechten Verteilung des Sondervermögen vom 05. Juni 2025 – Plenartage NRW

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Das Sondervermögen „Infrastruktur“ ist eine große Chance – für ganz Nordrhein-Westfalen, aber besonders für das Ruhrgebiet und andere strukturschwache Regionen. Es ist ein großer Erfolg für unser Land, dass die SPD der Union dieses Sondervermögen in den Koalitionsverhandlungen abringen konnte. Jetzt muss es darum gehen, wie das Geld gerecht verteilt werden kann. Unsere Forderung ist klar: Das Ruhrgebiet muss einen fairen Anteil bekommen. Es geht nicht um Almosen, sondern um Gerechtigkeit. Die Lebensbedingungen in NRW sind sehr unterschiedlich – das erleben Menschen im Ruhrgebiet tagtäglich. Wir fordern eine faire und bedarfsgerechte Verteilung der Mittel. Und die sind im Ruhrgebiet gut investiert: Erfolgsprojekte wie der Umbau der Emscher zeigen, was möglich ist – trotz schwieriger Rahmenbedingungen aufgrund von Altschulden und schwieriger Haushaltslage.

Lisa Kapteinat: „Sondervermögen Infrastruktur nutzen – Das Ruhrgebiet darf nicht weiter vernachlässigt werden“

Lisa Kapteinat: „Sondervermögen Infrastruktur nutzen – Das Ruhrgebiet darf nicht weiter vernachlässigt werden“

Am heutigen Nachmittag bringt die SPD-Fraktion den Antrag „NRW muss funktionieren: Mit dem Sondervermögen Infrastruktur echte Wachstumsimpulse im Ruhrgebiet für ganz Nordrhein-Westfalen setzen“ in den Landtag ein und stellt ihn zur direkten Abstimmung. Hierzu erklärt Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW und Beauftragte für das Ruhrgebiet:

„Durch das Sondervermögen Infrastruktur und die neue Öffnungsklausel im Grundgesetz erhält das Land zusätzliche finanzielle Spielräume. Diese Mittel müssen zügig, nachhaltig und vor allem bedarfsgerecht eingesetzt werden. Das Ruhrgebiet muss dabei angemessen berücksichtigt werden, um das vorhandene Potenzial der Region für ganz Nordrhein-Westfalen zu nutzen und dem verfassungsrechtlichen Auftrag gleichwertiger Lebensverhältnisse gerecht zu werden. Die Landesregierung wird dieser Verantwortung bislang nicht gerecht, deshalb darf es jetzt zu keinem Gießkannenprinzip bei der Mittelverteilung kommen, denn das würde die unterschiedlichen Herausforderungen im Land ignorieren. Im Ruhrgebiet gefährden ausbleibende Investitionen bereits jetzt die wirtschaftliche Entwicklung und damit auch den Industriestandort NRW – das hat die Gefährdung zehntausender Arbeitsplätze zur Folge. Mit einem mehr an Investitionen bietet das Ruhrgebiet hingegen ein riesiges Potential im Hinblick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung von Nordrhein-Westfalen. Deshalb fordern wir einen klaren Mechanismus zur bedarfsgerechten Verteilung der Mittel, die dem Land Nordrhein-Westfalen aus dem Sondervermögen Infrastruktur zur Verfügung stehen. Bei der Umsetzung der Investitionsprogramme muss aus erfolgreichen Beispielen im Ruhrgebiet – wie dem Emscherumbau – gelernt werden. Zudem sollen regionale Akteure wie der Regionalverband Ruhr und die Emschergenossenschaft frühzeitig eingebunden werden, insbesondere bei interkommunalen Projekten.“

Rede zum Abbau von Arbeitsplätzen bei Thyssenkrupp Steel vom 04. Juni 2025 – Plenartage NRW

Rede zum Abbau von Arbeitsplätzen bei Thyssenkrupp Steel vom 04. Juni 2025 – Plenartage NRW

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Zur Ankündigung von Thyssenkrupp Steel 11.000 Arbeitsplätze abzubauen haben wir als SPD-Fraktion eine Aktuelle Stunde im Landtag beantragt und dabei klar Stellung bezogen: Die Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen verdienen mehr als warme Worte – sie brauchen konkrete politische Unterstützung. Die schwarz-grüne Landesregierung bleibt Antworten schuldig. Weder Minister Laumann noch die stellvertretende Ministerpräsidentin haben einen klaren Plan vorgelegt, wie sie den Beschäftigten bei thyssenkrupp helfen oder den Wirtschaftsstandort NRW sichern wollen. Wir fordern, dass das Land sich mit einem Sitz im Aufsichtsrat beteiligt, um sicherzustellen, dass die bereitgestellten 700 Millionen Euro auch im Sinne der Beschäftigten eingesetzt werden. Mitbestimmung darf nicht zur Floskel verkommen. Ob bei DuMont, flaschenpost oder Ford – Mitbestimmung in Nordrhein-Westfalen gerät zunehmend unter Druck und die Landeregierung bleibt tatenlos. Wir stehen an der Seite der Beschäftigten und der Gewerkschaften. Wenn die Mitbestimmung in der Stahlbranche gefährdet ist, dann muss die Landesregierung handeln – nicht nur reden. Wir fordern Verantwortung, klare Haltung und konkrete Maßnahmen.

Lisa Kapteinat / Thorsten Klute: „Von ganz unten nach ganz oben: NRW muss Investitions-Spitzenreiter für beste Gesundheit werden!“

Lisa Kapteinat/Thorsten Klute: „Von ganz unten nach ganz oben: NRW muss Investitions-Spitzenreiter für beste Gesundheit werden!“

Die SPD-Fraktion bringt am heutigen Mittwoch den Antrag „Investitionen in beste Gesundheit. Krankenhäuser, Pflegeschulen und Pflegeheime fit für die Zukunft machen!“ in den Landtag ein. Hierzu erklären Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW, und Thorsten Klute, Sprecher für Gesundheit und Pflege:

Lisa-Kristin Kapteinat:

„Extrem hohe Eigenanteile, die kaum noch bezahlt werden können, Kommunen, die bei der Alten- und Pflegehilfe im Stich gelassen werden, und Kürzungen bei den ohnehin unterfinanzierten Pflegeschulen. Das macht die Gesundheitspolitik der Landesregierung aus. Wenn Schwarz-Grün nicht endlich anfängt zu handeln, dann wird das Ausmaß für die Gesundheits- und Pflegelandschaft in NRW verheerend sein. Die SPD-Fraktion hat einen klaren Plan: Wir wollen mehr Investitionen in unsere Gesundheitseinrichtungen. Ein Modernisierungsprogramm in Höhe von zusätzlichen 10 Millionen Euro soll die Pflegeschulen wieder attraktiv für Pflegeschülerinnen und Pflegeschüler machen. Darüber hinaus wollen wir, dass Pflegeheime und ambulante Pflegedienste endlich die notwendigen Investitionen bekommen, um Menschen respektvoll zu pflegen und kein Armutsrisiko darstellen. Das verdienen die Menschen in NRW.“

Thorsten Klute:

„Der Investitionsstau an Nordrhein-Westfalens Krankenhäusern steigt immer weiter. Mittlerweile fehlen den Krankenhäusern über 17 Milliarden Euro Investitionsmittel. So kann keine zukunftsorientierte Krankenhauspolitik aussehen. Anstatt endlich mehr in Spitzentechnologie, gute OP-Säle oder moderne Stationen zu investieren, bürdet Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann den Krankenhäusern einen chronisch unterfinanzierten Krankenhausplan auf. Dafür werden 2,5 Milliarden Euro bereitgestellt. Die Krankenhäuser haben der Landesregierung für die erste Förderphase aber bereits vorgerechnet, dass dafür mindestens sieben Milliarden Euro notwendig sind. Auch hier passiert: nichts. Wir fordern, dass die Landesregierung den Krankenhäusern für eine qualitative Gesundheitsversorgung der Patientinnen und Patienten in NRW mehr Geld zur Verfügung stellt. Wir fordern erneut ein „Sofortprogramm Krankenhausinvestitionen“ in Höhe von jährlich zwei Milliarden Euro.“

Lisa Kapteinat / Lena Teschlade: „Politisch unverantwortlich ist allein die Landesregierung“

Lisa Kapteinat/Lena Teschlade: „Politisch unverantwortlich ist allein die Landesregierung“

Auf Antrag der SPD-Fraktion hat sich heute auch der Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landtags NRW in einer Aktuellen Viertelstunde mit den Entwicklungen bei Thyssenkrupp befasst. Hierzu erklären Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende, und Lena Teschlade, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

Lisa Kapteinat:

„Nach Wirtschaftsministerin Neubaur hat heute leider auch Arbeitsminister Laumann einen politischen Offenbarungseid zu Thyssenkrupp geleistet. Diese Landesregierung fühlt sich für nichts verantwortlich – und das ist das einzig politisch Unverantwortliche in diesem Zusammenhang. Was CDU und Grüne hierzu im Laufe dieses Tages von sich gegeben haben, zeugt von schierer Hilflosigkeit. Ihr Nicht-Handeln ist es, das die Existenzängste der Beschäftigten schürt, sonst nichts. Wir erwarten, dass die schwarz-grüne Landesregierung endlich ihre Verantwortung annimmt und gegenüber dem Management von Thyssenkrupp im Sinne unseres Industriestandorts auftritt.“

Lena Teschlade:

„Leider gibt es bis heute nicht einen einzigen konkreten Vorschlag von Schwarz-Grün, wie Thyssenkrupp in eine gute Zukunft geführt werden kann. Die Landesregierung spricht ständig davon, dass sie die Prozesse begleite. Offenbar ist sie dabei aber maximal Tribünengast. Von einer Kritik an den Vorgängen haben wir bisher nichts vernommen. Stattdessen hören wir fortlaufend nur hilflose Erklärungsversuche. Ihrer selbst zugeschriebenen Rolle wird sie in keiner Weise gerecht. Dabei wäre es vor allem ihre Aufgabe, sich für die Mitbestimmung bei Thyssenkrupp stark zu machen. Denn von einer guten Sozialpartnerschaft kann in diesem Fall schon lange keine Rede mehr sein. Da helfen auch die heutigen Krokodilstränen des NRW-Arbeitsministers nicht weiter. Lippenbekenntnisse haben wir jetzt lange genug gehört.“  

Lisa Kapteinat: „Schwarz-Grünes Misstrauen zwischen Fluchtministerin Paul und Innenminister Reul – Landesregierung übertrumpft sich mit Widersprüchen bei Aliasnamen“

Lisa Kapteinat: „Schwarz-Grünes Misstrauen zwischen Fluchtministerin Paul und Innenminister Reul – Landesregierung übertrumpft sich mit Widersprüchen bei Aliasnamen“

In der heutigen Sitzung des Integrationsausschusses wurden auf Antrag der SPD-Fraktion in einer Aktuellen Viertelstunde die widersprüchlichen Aussagen der Landesregierung zu den Aliasnamen des Tatverdächtigen nach dem Messerangriff in Bielefeld besprochen. Der Tatverdächtige hatte noch laut Aussage des NRW-Innenministers im Plenum am 21. Mai 2025 acht verschiedene Aliasnamen. Die grüne Integrationsministerin beteuerte in der heutigen Ausschusssitzung weiterhin, dass ihr drei Aliasnamen im Rahmen der BAMF-Akte bekannt waren. Wenige Minuten später korrigierte ein Vertreter des CDU-Innenministeriums die Ausführung der grünen Fluchtministerin und erläuterte, dass nach interner Überprüfung zehn Aliasnamen festgestellt wurden. Hierzu erklärt Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Die heutige Sitzung des Integrationsausschusses hat zum wiederholten Mal gezeigt: Die Zusammenarbeit zwischen dem CDU-Innenministerium und dem grünen Fluchtministerium scheint von tiefem Misstrauen geprägt zu sein.

Im Vorfeld der Sitzung hatte Innenminister Reul erklärt, er habe im Fall des Tatverdächtigen des Messerangriffs in Bielefeld acht Aliasnamen vorliegen. Zwischendurch korrigierte sich das Innenministerium in der Rheinischen Post auf fünf Aliasnamen. In der heutigen Sitzung korrigierte ein Vertreter des Innenministeriums abermals diese Angaben, man habe nun Kenntnis von zehn Aliasnamen.

Die nunmehr dritte Korrektur des CDU-Innenministers ist bemerkenswert – aber das offensichtliche Kommunikationschaos zwischen Ministerin Paul und Minister Reul ist erschreckend: Nur Minuten nach den Ausführungen der Fluchtministerin, nach welchen es drei Aliasnamen gegeben habe, muss ein Vertreter des Innenministeriums die Aussagen von Frau Paul regelrecht konterkarieren. Man kann das Gefühl bekommen, dass Frau Paul mit Minister Reul ihre eigene Opposition in der Landesregierung sitzen hat. Während Fluchtministerin Paul versucht, den schwarzen Peter Richtung BAMF zu schieben, durchkreuzt das CDU-Innenministerium diesen Plan.

Zehn statt drei Aliasnamen – doch was genau weiß das Fluchtministerium? Wieso verfügt Herr Reul überhaupt über andere Daten als seine Amtskollegin Paul? Und hat die Fluchtministerin anderthalb Wochen nach dem Messerangriff ihren Kollegen nach dessen Daten gefragt? Hierzu hatte die Ministerin heute keine Antwort – nur das schwarz-grüne Misstrauen zwischen Fluchtministerin Paul und Innenminister Reul wurde mit Nachdruck untermauert.“