Lisa Kapteinat: „Transparent sind bei Schwarz-Grün allein die Erinnerungslücken“

Lisa Kapteinat: „Transparent sind bei Schwarz-Grün allein die Erinnerungslücken

Nach der Stellvertretenden Ministerpräsidentin Mona Neubaur hat heute auch Ministerpräsident Hendrik Wüst als Zeuge vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Terroranschlag vom 23.08.2024“ (PUA V) ausgesagt. Hierzu erklärt Lisa Kapteinat, Obfrau der SPD-Fraktion:

„Nach dem nichtssagenden Auftritt der stellvertretenden Ministerpräsidentin war die Hoffnung groß, dass Hendrik Wüst als Regierungschef endlich das Versprechen der Landesregierung von ‚maximaler Transparenz‘ und ‚schonungsloser Aufklärung‘ einlöst. Doch leider wurden die Mitglieder des PUA und die Öffentlichkeit auch hier enttäuscht. Vieles war auch dem Ministerpräsidenten entweder nicht erinnerlich oder er hatte davon keine Kenntnis. Dabei hat der Untersuchungsausschuss heute Informationen zutage gefördert, die das Potenzial haben, die bisherige Lesart der Landesregierung vom turboradikalisierten Einzeltäter, den man nicht auf dem Schirm haben konnte, zu erschüttern. Von daher ist es mehr als angemessen und dringend erforderlich, dass dem Ausschuss endlich alle relevanten Akten zur Verfügung gestellt werden. Warum die Landesregierung diese dem PUA bis heute nicht vollumfänglich geliefert oder die Vollständigkeit erklärt hat, dafür gibt es keine plausible Erklärung und nach 18 Monaten auch keine Entschuldigung mehr. So muss man nach den bisherigen Vernehmungen heute leider feststellen: Transparent sind allein die Erinnerungslücken von Schwarz-Grün.“  

Lisa Kapteinat: „In sich gehen reicht nicht“

Lisa Kapteinat: „In sich gehen reicht nicht“

In der heutigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses „Terroranschlag vom 23.08.2024“ (PUA V) wurde als erste Zeugin des Tages zunächst die Stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur vernommen. Hierzu erklärt Lisa Kapteinat, Obfrau der SPD-Fraktion im PUA V:

„Nach dem schrecklichen Anschlag vom 23.08.2024 sind bald zwei Jahre vergangen. Und noch immer liegen dem PUA nicht alle Unterlagen vor, um seiner Aufklärungsarbeit nachzugehen. Vor diesem Hintergrund erwies sich insbesondere die Vernehmung der stellvertretenden Ministerpräsidentin als weiteres Ablenkungsmanöver dieser Landesregierung. Es waren CDU und Grüne, die die Vernehmung der Ministerin Neubaur in der vergangenen Woche kurzfristig terminiert haben. Was sie dem Ausschuss zu sagen hatte, ging über Erinnerungslücken aber kaum hinaus. Auch die Akten, die sie dem PUA bisher zur Verfügung gestellt hat, umfassen gerade einmal sechs Blätter. Dass lässt einzig den Schluss zu, dass das vollmundige Transparenzversprechen von Schwarz-Grün nur ein Lippenbekenntnis war und Zeitverzögerung die dahinter liegende Taktik. Wer auf die Aufforderung nach umfassender Information des PUA nur damit antwortet, noch einmal in sich zu gehen, hat sich mit einer solchen Äußerung selbst entlarvt. Um die Glaubwürdigkeit der Landesregierung zu untermauern, reicht das nicht.“

Lisa Kapteinat: „Kurzfristiges Zeugenmanöver im PUA V wirft viele Fragen auf“

Lisa Kapteinat: „Kurzfristiges Zeugenmanöver im PUA V wirft viele Fragen auf“

In einer für heute von CDU und Grünen angemeldeten Sondersitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses V („Terroranschlag vom 23.08.2024“) haben die regierungstragenden Fraktionen die umgehende Ladung des Ministerpräsidenten als Zeugen für die bevorstehenden Sitzungen des PUA V am kommenden Dienstag (23.06.2026) beantragt. Ursprünglich geplant war es, in der kommenden Sitzung zunächst Staatssekretärin Dr. Lesmeister und am Freitag darauf Innenminister Reul zu vernehmen. Diese Absprache wurde von den regierungstragenden Fraktionen nun einseitig aufgekündigt. Stattdessen wurden für die Sitzung am kommenden Dienstag kurzfristig sogar noch die stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur und der Chef der Staatskanzlei und Minister Nathanal Liminski als Zeugen geladen. Die Vernehmung von Frau Dr. Lesmeister wurde auf den Freitag, 26. Juni, und von Minister Reul auf den 17. Juli verschoben. Hierzu erklärt Lisa Kapteinat, Obfrau der SPD-Fraktion im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss V („Terroranschlag vom 23.08.2024“):

„Die plötzliche Ladung des Ministerpräsidenten widerspricht jeder Argumentation von Schwarz-Grün seit Einsetzung dieses Ausschusses und wirft zahlreiche Fragen auf: Warum werden bereits geladene Zeugen eine Woche vor deren Vernehmung wieder abgeladen? Warum soll die Zeugenvernehmung aus dem Innenministerium urplötzlich für die Vernehmung des Ministerpräsidenten verschoben werden? Welche Nebelkerzen sollen hier gezündet werden?

Welche taktische Überlegung am Ende auch immer hinter diesem Manöver steckt – zwei Dinge ändern sich nicht: Erstens werden wir am Ende alle Zeugen hören, die vom PUA V benannt wurden – auch die, die heute abgeladen wurden. Zweitens werden wir es uns ausdrücklich vorbehalten, den Ministerpräsidenten und auch weitere Zeugen bei Bedarf erneut zu laden. Denn noch immer liegen uns keine Vollständigkeitserklärungen aus den Landesministerien vor. Die Notwendigkeit einer zweiten Vernehmung des Ministerpräsidenten zu einem Zeitpunkt, wo seine Landesregierung endlich alle Akten geliefert hat, scheint daher wahrscheinlich.

Abgesehen von der taktischen Komponente von CDU und Grünen sehen wir der Vernehmung des Ministerpräsidenten nächste Woche dennoch gespannt und mit hoher Erwartung entgegen. Hendrik Wüst sagte am 30. August 2024 kurz nach dem furchtbaren Anschlag: ,Mögliche Fehler – und seien es auch nur Fehler mit dem Wissen von heute – werden klar benannt.‘ Nächste Woche hat er die Gelegenheit dazu.“

Lisa Kapteinat: „Minimalkompromissvorschlag für Rettungsdiensteinsätze ist „Friss-oder-stirb“-Angebot für die Kommunen

Lisa Kapteinat: „Minimalkompromissvorschlag für Rettungsdiensteinsätze ist „Friss-oder-stirb“-Angebot für die Kommunen

Zur möglichen Einigung über die Finanzierung von Rettungsdiensteinsätzen in Nordrhein-Westfalen erklärt Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Nach Monaten des Streits liegt nun zumindest ein Vorschlag auf dem Tisch. Dass er viel zu spät kommt, erklärt sich von selbst. Dass er aber weit hinter dem zurückbleibt, was Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen dringend gebraucht hätten, ist nach derart viel verstrichener Zeit leider ein Armutszeugnis. Wie viele Kommunen dieser Lösung zustimmen, bleibt daher ungewiss.

Bereits seit Dezember 2025 machen wir als SPD-Fraktion Druck und fordern eine schnelle Lösung für die Finanzierung der sogenannten Fehlfahrten im Rettungsdienst. Statt entschlossen zu handeln, hat die Landesregierung die Verhandlungen immer wieder verschoben. 

Jetzt liegt zudem ein Vorschlag vor, der ein Moratorium beinhaltet und die Kommunen dadurch daran hindern soll, Veränderungen bei rettungsdienstlichen Leistungen vorzunehmen. Das könnte bedeuten, dass Kommunen bewusst in Kauf nehmen müssen, bestimmte Zielzeiten nicht zu erreichen.

Die nun vorgelegte Regelung ist zudem lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Krankenkassen würden nur einen Teil der Kosten übernehmen. Ein großer Anteil der finanziellen Belastungen bleibt weiterhin bei den Kommunen hängen. Hinzu kommt, dass es sich lediglich um eine Übergangslösung für das Jahr 2026 handelt. Für die bereits entstandenen Kosten der vergangenen Jahre gibt es keinerlei Entlastung.

Die Städte und Gemeinden bleiben damit auf erheblichen finanziellen Belastungen sitzen. Gerade in Zeiten angespannter kommunaler Haushalte ist das ein fatales Signal. Die Landesregierung verkauft einen Minimalkompromiss als Erfolg, obwohl die eigentlichen Probleme ungelöst bleiben.

Nach Monaten des Zögerns präsentiert die Landesregierung den Städten und Kreisen also nur ein ,Friss oder stirb‘-Angebot. Die Verantwortung wird auf die Kommunen und die ehrenamtlichen Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker abgewälzt, die am Ende die Folgen dieser verfehlten Landespolitik ausbaden müssen. Das ist keine nachhaltige Lösung, sondern eine Kapitulation vor den eigentlichen Herausforderungen.“

 

Lisa Kapteinat: „Nicht einmal jede dritte Mutter im Vollzeitjob: Die Teilzeitfalle ist ein strukturelles Problem, kein privates“

Lisa Kapteinat: „Nicht einmal jede dritte Mutter im Vollzeitjob: Die Teilzeitfalle ist ein strukturelles Problem, kein privates“

Zu den heute vom Statistischen Landesamt IT.NRW veröffentlichen Zahlen zur Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern erklärt Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Wenn neun von zehn Vätern, aber nicht einmal jede dritte Mutter in Vollzeit arbeiten, dann ist diese Schieflage kein individuelles Problem, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheit. Wer in dieser Situation – wie jetzt auf Bundesebene geplant – beim Elterngeld kürzt, verschärft die Ungerechtigkeit und gefährdet die wirtschaftliche Sicherheit von Familien. Die geplanten Kürzungen beim Elterngeld im Bund sind kontraproduktiv und gesellschaftspolitisch völlig aus der Zeit gefallen.

Die Anhörung zu unserem Antrag „NRW muss funktionieren. Echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis 2030 möglich machen.“ hat unmissverständlich gezeigt, dass Familien stabile Strukturen brauchen und Gleichberechtigung strukturell unterstützt werden muss: Durch verlässliche Betreuungsangebote und finanzielle Entlastungen beispielsweise bei haushaltsnahen Dienstleistungen. Ansonsten wird die Ungleichheit zwischen den Elternteilen zementiert und eine gleichberechtigte Aufteilung der Sorgearbeit bleibt ein frommer Wunsch. Dass die Durchschnittsdauer von Elterngeld 2025 in Nordrhein-Westfalen immer noch bei Vätern bei vier Monaten und bei Müttern bei 15,1 Monaten lag, ist auch ein Beleg dafür, dass die schwarz-grüne Landesregierung die vergangenen Jahre gleichstellungspolitisch verschlafen hat.“

Rede zum Ruhrgebiet und der Ruhr-Konferenz der Landesregierung – Plenartage NRW

Rede zum Ruhrgebiet und der Ruhr-Konferenz der Landesregierung – Plenartage NRW

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CDU und Grünen ist das Ruhrgebiet egal. Das Potenzial, das trotz der großen Herausforderungen in der Region steckt, lässt die Landesregierung unter Ministerpräsident Hendrik Wüst ungenutzt. Das wird besonders am Beispiel der Ruhr-Konferenz deutlich, eine Initiative von Armin Laschet aus dem Jahr 2018. Gelder, die dafür im Haushalt bereitgestellt wurden, konnten nicht verausgabt werden und sind deshalb für andere Aufgaben ausgegebene worden. 2024 wurden von 700.000 Euro nur 397,64 Euro genutzt. Wir müssen leider feststellen, dass die Ruhrkonferenz als ehemaliges strukturpolitisches Prestigeprojekt gescheitert ist. Mehr dazu auch hier: https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD18-19001.pdf

Rede zu guten Arbeitsbedingungen für eine starke Wirtschaft in NRW vom 07. Mai 2026 – Plenartage NRW

Rede zu guten Arbeitsbedingungen für eine starke Wirtschaft in NRW vom 07. Mai 2026 – Plenartage NRW

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Nordrhein-Westfalen steht wirtschaftlich unter erheblichem Druck – mit großen Auswirkungen auf Unternehmen und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Im März 2026 waren 789.840 Menschen in NRW arbeitslos gemeldet. Allein im letzten Jahr mussten 6.502 Unternehmen in Nordrhein-Westfalen Insolvenz anmelden. Lange sicher geglaubte Arbeitsplätze fallen weg oder sind vom Wegfall bedroht. Geopolitische Spannungen und Negativeinflüsse des Kriegs im Iran auf die Rohstoffversorgung sowie Lieferketten und damit auf die Wirtschaftslage verschlechtern die Situation zusätzlich. Die in der Konsequenz steigenden Preise und Kosten für Energie erhöhen nicht nur den Druck auf Unternehmen und damit auf Arbeitsplätze. Sie sind auch eine große Belastung für viele Familien in Nordrhein-Westfalen. Menschen mit geringem Einkommen sind besonders belastet aber auch für Haushalte mit mittlerem Einkommen sind die steigenden Kosten zur Herausforderung im Familienalltag geworden. Wir haben als SPD einen Antrag in den Landtag eingebracht, mit dem wir Arbeitskräfte stärken und Arbeitsplätze sichern, Ausbildungschancen verbessern, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf endlich ermöglichen und die Wirtschaft stärken. Zum Antrag geht’s hier: https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD18-18995.pdf

Rede zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung des Bundes vom 06. Mai 2026 – Plenartage NRW

Rede zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung des Bundes vom 06. Mai 2026 – Plenartage NRW

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Die gesetzliche Krankenversicherung ist eine der großen solidarischen Errungenschaften unseres Landes. Sie garantiert – besonders deutlich im Kontrast zur USA -, dass Krankheit nicht arm macht und grundsätzlich jede:r im Krankheitsfall schnell Hilfe bekommt. Klar ist, die GKV steht unter erheblichem Druck: demografischer Wandel, steigende Beitragssätze, und eine Lücke von rund 15 Milliarden Euro. Als SPD wünschen wir uns eine solidarische Bürgerversicherung, die nicht zwischen gesetzlich und privat Versicherten unterscheidet. Dafür gibt es aktuell keine Mehrheit, es braucht einen Kompromiss. Deswegen ist es gut, dass die Bundesregierung eine Finanzkommission beauftragt hat, Vorschläge zu erarbeiten. Klar für uns als SPD ist aber: Nicht jede Sanierung ist gerecht, und nicht jede Einsparung ist verantwortbar. Die Mitversicherung gehört für uns nicht in dieses Sparpaket. Außerdem ist die geplante Nichtrefinanzierung von Tarifsteigerungen in der Pflege angesichts des Pflegenotstands das falsche Signal. Die SPD-Bundesfraktion verhandelt dieses Gesetz jetzt mit einem klaren Auftrag. Die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler dürfen nicht alleinige Zahler der Reform sein, kein Kassensturz auf dem Rücken derer, die jeden Monat ihren Beitrag leisten. Denn Solidarität bedeutet: Die Starken tragen mehr. Der Staat übernimmt Verantwortung, und niemand fällt durchs Raster. Dafür stehen wir, und dafür lohnt es sich auch zu streiten

Rede zur Hausarztversorgung in Nordrhein-Westfalen vom 19. März 2026 – Plenartage NRW

Rede zur Hausarztversorgung in Nordrhein-Westfalen vom 19. März 2026 – Plenartage NRW

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In Westfalen-Lippe gibt es deutschlandweit am wenigstens Hausärztinnen und Hausärzte pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner – bundesweites Schlusslicht. Das ist dramatisch, den die Hausarztpraxis ist für ganz viele Menschen die erste Ansprechstation bei Fragen rund um die eigene Gesundheit. Insbesondere wenn hausärztlichen Praxen über das Primärarzt-System zukünftig noch mehr Verantwortung zukommen soll, wie Minister Laumann Anfang März vorgestellt hat, kann sich Nordrhein-Westfalen solche Versorgungslücken nicht leisten. Terminstau und lange Wartezeiten sind schon jetzt für viele Patientinnen und Patienten, aber auch das Fachpersonal in Praxen eine große Belastung. Der Bedarf wird weiterhin steigen. Je älter man wird, desto eher ist man auf eine gute hausärztliche Versorgung angewiesen, nicht nur als Patientin oder Patient selbst, sondern als gesamte Familie. Denn: Wer behält die Arzttermine der Schwiegermutter im Blick? Wer fährt den fast 80-jährigen Onkel in die Praxis? Wer kümmert sich um all die Rezepte, die zum Beispiel bei einer Behandlung von Parkinson notwendig sind? Für Menschen, die sich kümmern, ist diese Versorgungslage ein akuter Stresstest. Deshalb haben wir die hausärztliche Versorgung auf die Tagesordnung im Plenum gesetzt und die Landesregierung in einer Aktuellen Stunde dazu aufgefordert, dem Praxissterben einen Riegel vorzuschieben und tätig zu werden.

Lisa Kapteinat: „Geburtshilfliche Versorgung zunehmend unter Druck: Minister Laumann muss handeln!“

Zur Veröffentlichung des aktualisierten Krankenhausatlas durch das Statistische Landesamt und zu den Zahlen zur Erreichbarkeit der Fachabteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in NRW erklärt Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Die neuen Daten des Krankenhausatlas sprechen eine klare Sprache: Die Erreichbarkeit der Fachabteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe hat sich weiter verschlechtert Die Zahl der Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen mit einer Fachabteilung Frauenheilkunde und/oder Geburtshilfe ist seit 2018 um rund 15 Prozent zurückgegangen von 157 auf 134 im Jahr 2024. Auch die Zahle der Entbindungen in NRW-Krankenhäusern verringerte sich von 167.802 im Jahr 2018 auf 150.277 im Jahr 2024, was einem Rückgang um 10,4 Prozent entspricht. Besonders alarmierend sind die Zahlen der Erreichbarkeit: Je ländlicher der Wohnort, desto geringer wir der Anteil der Frauen, die ein Krankenhaus in angemessener Zeit (15 Minuten) erreichen können. In Mittelstädten trifft dies auf 69,5 Prozent (Bund: 73,4 Prozent) und in ländlichen Gemeinden sogar nur auf leidglich 20 Prozent (Bund: 29,9 Prozent) zu. Beide Werte liegen deutlich unter dem Bundesschnitt. Das ist ein fatales Signal, insbesondere weil Frauen in ländlichen Regionen bis zu 45 Minuten zur nächsten Geburtshilfe benötigen.

Diese Verschlechterung zeigt deutlich, dass die bisherige Krankenhausplanung in zentralen Bereichen nicht ausreicht, um eine verlässliche Versorgung sicherzustellen. Eine Planung, die solche Entwicklungen zulässt, weist klare Lücken auf und muss dringend überprüft und weiterentwickelt werden. Strukturen, die auf dem Papier funktionieren, reichen nicht aus, wenn sie im Alltag zu längeren Wegen und schlechterer Erreichbarkeit führen.

Gerade in der Geburtshilfe ist eine gute Erreichbarkeit unverzichtbar. Frauen müssen in einer medizinischen Ausnahmesituation wie der Geburt darauf vertrauen können, ein Krankenhaus in angemessener Zeit erreichen zu können. Die aktuellen Zahlen machen unmissverständlich deutlich, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Die Versorgung muss so organisiert werden, dass sie zuverlässig, sicher und wohnortnah bleibt.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ist jetzt in der Verantwortung, die richtigen Schlüssen aus der Realität zu ziehen. Eine sichere Versorgung für Frauen und deren Neugeborene ist unerlässlich und darf nicht weiter zu Unsicherheiten bei Schwangeren und deren Familien führen.“