Lisa Kapteinat: „Geburtshilfliche Versorgung zunehmend unter Druck: Minister Laumann muss handeln!“

Zur Veröffentlichung des aktualisierten Krankenhausatlas durch das Statistische Landesamt und zu den Zahlen zur Erreichbarkeit der Fachabteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in NRW erklärt Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Die neuen Daten des Krankenhausatlas sprechen eine klare Sprache: Die Erreichbarkeit der Fachabteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe hat sich weiter verschlechtert Die Zahl der Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen mit einer Fachabteilung Frauenheilkunde und/oder Geburtshilfe ist seit 2018 um rund 15 Prozent zurückgegangen von 157 auf 134 im Jahr 2024. Auch die Zahle der Entbindungen in NRW-Krankenhäusern verringerte sich von 167.802 im Jahr 2018 auf 150.277 im Jahr 2024, was einem Rückgang um 10,4 Prozent entspricht. Besonders alarmierend sind die Zahlen der Erreichbarkeit: Je ländlicher der Wohnort, desto geringer wir der Anteil der Frauen, die ein Krankenhaus in angemessener Zeit (15 Minuten) erreichen können. In Mittelstädten trifft dies auf 69,5 Prozent (Bund: 73,4 Prozent) und in ländlichen Gemeinden sogar nur auf leidglich 20 Prozent (Bund: 29,9 Prozent) zu. Beide Werte liegen deutlich unter dem Bundesschnitt. Das ist ein fatales Signal, insbesondere weil Frauen in ländlichen Regionen bis zu 45 Minuten zur nächsten Geburtshilfe benötigen.

Diese Verschlechterung zeigt deutlich, dass die bisherige Krankenhausplanung in zentralen Bereichen nicht ausreicht, um eine verlässliche Versorgung sicherzustellen. Eine Planung, die solche Entwicklungen zulässt, weist klare Lücken auf und muss dringend überprüft und weiterentwickelt werden. Strukturen, die auf dem Papier funktionieren, reichen nicht aus, wenn sie im Alltag zu längeren Wegen und schlechterer Erreichbarkeit führen.

Gerade in der Geburtshilfe ist eine gute Erreichbarkeit unverzichtbar. Frauen müssen in einer medizinischen Ausnahmesituation wie der Geburt darauf vertrauen können, ein Krankenhaus in angemessener Zeit erreichen zu können. Die aktuellen Zahlen machen unmissverständlich deutlich, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Die Versorgung muss so organisiert werden, dass sie zuverlässig, sicher und wohnortnah bleibt.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ist jetzt in der Verantwortung, die richtigen Schlüssen aus der Realität zu ziehen. Eine sichere Versorgung für Frauen und deren Neugeborene ist unerlässlich und darf nicht weiter zu Unsicherheiten bei Schwangeren und deren Familien führen.“