Rede vom 06. November 2025 zu voyeuristischer Belästigung – Plenartage NRW

Rede vom 06. November 2025 zu voyeuristischer Belästigung – Plenartage NRW

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Die Sexualisierung von Frauen ist immer noch viel zu normal. Das zeigt der Fall von Yanni Gentsch, die beim Joggen von einem fremden Mann heimlich gefilmt worden ist. Sie hat ihn zur Rede gestellt, diese Belästigung angeprangert und darauf gedrängt die Aufnahmen zu löschen. Solche Fälle von Belästigung sind aktuell nicht strafbar. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat angekündigt, diese Lücke im Strafrecht bei voyeuristischen Aufnahmen zu schließen. Das unterstützten wir ausdrücklich und ich bin froh, dass die demokratischen Fraktionen da scheinbar übereinstimmen. Wir wollen uns nicht verstecken müssen, um unliebsamen Blicken aus dem Weg zu gehen. Wir wollen uns nicht ständig umschauen, ob uns jemand folgt oder uns heimlich filmt. Wir wollen auf dem Nachhauseweg im Dunkeln oder beim Joggen im Park keine Angst haben müssen. Und wir wollen uns nicht ständig erklären, warum das nicht okay ist, sondern uns und unsere Rechte verletzt. Wir wollen die gleiche Freiheit und Sicherheit, mit denen sich Männer und Jungs durch die Welt bewegen – zu Hause, auf der Straße, im Netz.

Update: Die Justizministerin:innen-Konferenz hat den Vorschlag von NRW und Hamburg mehrheitlich abgelehnt. Ein Gesetzentwurf auf Bundesebene ist trotzdem möglich. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat einen praxistauglich Entwurf für 2026 angekündigt. 

Lisa Kapteinat: „Immer mehr Fehler im Zuständigkeitsbereich des Fluchtministeriums“

Lisa Kapteinat: „Immer mehr Fehler im Zuständigkeitsbereich des Fluchtministeriums“

In der heutigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses V („Terroranschlag vom 23.08.2024“) wurden Mitarbeiter der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) Bielefeld sowie ein Polizeikommissar als Zeugen vernommen. Alle Befragten waren in jener Nacht vom 05.06.2023 im Einsatz, als der spätere Attentäter Issa al H. nach Bulgarien rücküberstellt werden sollte. Hierzu erklärt Lisa Kapteinat, Obfrau der SPD-Fraktion im PUA V:

„Die heutige Zeugenbefragung hat einmal mehr gezeigt: Die schwarz-grünen Landesbehörden haben bei der misslungenen Abschiebung des späteren Attentäters vom 23.08.2024 erhebliche Fehler gemacht. So berichtete ein Zeuge, man habe bei der Durchsuchung der Notunterkunft weitere öffentliche Räume durchsucht. Jedoch habe der Einsatz selbst – begonnen mit einem Treffen der Beamten vorab, der Fahrt zur Unterkunft bis zum Ende der Durchsuchung – nur ca. 30 Minuten gedauert.

Des Weiteren, so berichtete der Polizist, habe er kein einziges Mal erlebt, dass eine Rücküberstellungsmaßnahme erfolgreich gewesen sei. Es gebe schlicht nicht die Zeit und Personal für gründlichere Durchsuchungen – eine klare Zuständigkeit des Landes. Jedes Mal wäre die jeweils gesuchte Person nicht anzutreffen gewesen. Es gebe zudem einen Verteiler von ungefähr 35 Personen, der eine Woche vor einer geplanten Maßnahme alle konkreten Infos über die abzuschiebenden Personen erhält.

Einmal mehr stellen die eigenen Leute Fluchtministerin Paul ein desolates Zeugnis aus: Unterbesetzte Landesbehörden, Durchsuchungen von kurzer Dauer und große Verteiler mit detaillierten Informationen zu Abschiebungen – die Liste von landesseitigen Fehlern, die alleine heute aufgezählt wurden, ist lang.“

Rede zu geheimen Kita Plänen der Landesregierung in NRW vom 19. September 2025 – Plenartage NRW

Rede zu geheimen Kita Plänen der Landesregierung in NRW vom 19. September 2025 – Plenartage NRW

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Die geplante KiBiz-Reform der Landesregierung sorgt für große Verunsicherung bei Familien in Nordrhein-Westfalen. Ohne Einbindung der Opposition, ohne Transparenz und mit Vorschlägen, die Eltern und Erzieher*innen vor massive Herausforderungen stellen – das ist kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt. Presseberichten zufolge plant die Landesregierung mit Kern- bzw. Bildungszeiten von 25 Stunden – das wäre fatal. Wir als SPD-Fraktion sagen klar: Familien brauchen Verlässlichkeit, keine zusätzlichen Belastungen. Die geplanten Änderungen bei den Betreuungszeiten und Buchungsmodellen gefährden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und führen zu sozialer Spaltung. Wer sich längere Kita-Zeiten nicht leisten kann, verliert Chancengleichheit. Wir stehen an der Seite der Eltern, die jeden Tag alles geben – für ihre Kinder, für ihren Beruf, für unsere Gesellschaft. Wir stehen an der Seite der Erzieher*innen, die mit Leidenschaft und unter schwierigen Bedingungen für gute frühkindliche Bildung sorgen. Unsere Forderungen: verlässliche und bezahlbare Kita-Betreuung für alle, keine Sparpolitik auf dem Rücken von Kindern und Familien, Respekt und Wertschätzung für die Arbeit der Erzieher*innen, Schluss mit Geheimniskrämerei – Familien verdienen Klarheit.

Lisa Kapteinat/Thorsten Klute: „Schwarz-Grün verweigert den Pflegekräften das Vertrauen“

Lisa Kapteinat/Thorsten Klute: „Schwarz-Grün verweigert den Pflegekräften das Vertrauen“

Die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen haben heute mit ihrer Mehrheit im Düsseldorfer Landtag den Antrag „NRW muss funktionieren: Mehr Vertrauen in unsere Pflegekräfte – Bürokratie reduzieren, digitale Systeme sinnvoll nutzen und echte Entlastung schaffen“ abgelehnt. Hierzu erklären Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW, und Thorsten Klute, Sprecher für Gesundheit und Pflege:

Lisa Kapteinat:

„Pflegekräfte leisten Tag für Tag einen unverzichtbaren Job für die Gesellschaft – und was bekommen sie? Mehr Papierkram statt mehr Zeit für Menschen. Es ist beschämend, dass ein Drittel ihrer Arbeitszeit für Bürokratie draufgeht. Wir wollen das ändern: Mehr Vertrauen, dafür weniger Formulare, und eine digitale Unterstützung, die wirklich entlastet. Das kann durch eine landesweite Strategie zur Bürokratieentlastung und einen Gipfel zur Entbürokratisierung in der Pflege angestoßen werden. Dort können alle relevanten Akteure gemeinsam Lösungen entwickeln und NRW muss nicht auf bundesweite Lösungen warten. Doch CDU und Grüne verweigern den Pflegekräften das Vertrauen und haben heute im Landtag abgelehnt, dass NRW hier zum Vorreiter wird.“

Thorsten Klute:

„Das Wertvollste, was wir in der Pflege haben, ist Zeit. Zeit für Zuwendung, für Gespräche, für die kleinen Momente, die Lebensqualität ausmachen. Angehörige wünschen sich genau das: mehr Zeit für ihre Liebsten – für Fürsorge, für Nähe, für eine Fahrt mit dem Rollstuhl durch den Park. Doch die Realität sieht oft anders aus: Pflegende verbringen mehr Stunden mit Formularen und Dokumentationen als mit den Menschen, die ihre Hilfe brauchen. Das darf nicht so bleiben. Es ist höchste Zeit, den Bürokratiedschungel in der Pflege zu durchforsten. Weniger Papierkram bedeutet mehr Menschlichkeit. Wir müssen dafür sorgen, dass Pflegekräfte ihre Energie nicht in Aktenordner, sondern in Fürsorge investieren können – denn am Ende zählt nicht das Formular, sondern der Mensch. Deswegen fordern wir einen Gipfel zur Entbürokratisierung in der Pflege, um der Arbeitsbelastung durch Dokumentationspflichten in einer gemeinsamen Aktion ein Ende zu setzen.“

Lisa Kapteinat: „Sicherheitspaket wirkungslos – zentraler Erlass auch ein Jahr nach Terroranschlag nicht umsetzbar“

Lisa Kapteinat: „Sicherheitspaket wirkungslos – zentraler Erlass auch ein Jahr nach Terroranschlag nicht umsetzbar“

In der heutigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungssauschusses „Terroranschlag vom 23.08.2024“ (PUA V) wurde auch die Leiterin der Notunterkunft Paderborn als Zeugin vernommen, in der der mutmaßliche Attentäter untergebracht war. In ihrer Vernehmung sagte die Zeugin aus, dass Regelungen aus der Erlasslage des Fluchtministeriums nach dem Terroranschlag in der Praxis zu keinerlei Verbesserungen geführt hätten, weil sie personell schlicht nicht umsetzbar seien. Konkret gab sie dabei an, dass es unmöglich sei, den Zentralen Ausländerbehörden zu melden, wenn eine Person länger als drei Tage abwesend ist. Dem zuständigen Ministerium seien diese Defizite bekannt, zu Änderungen in der personellen Ausstattung habe das bisher jedoch immer noch nicht geführt. Hierzu erklärt Lisa Kapteinat, Obfrau der SPD-Fraktion im PUA V:

„Ein zentrales Element des kurz nach dem Terroranschlag aufgelegten sogenannten Sicherheitspakets erweist sich damit als völlig unbrauchbar. Wenn ein Erlass de facto gar nicht umgesetzt werden kann, ist er das Papier nicht wert, auf dem er steht. Und wenn eine Landesregierung das auch noch weiß und nichts daran ändert, dann kann man das nicht anders als fahrlässig bezeichnen. Es zeigt sich wieder einmal, dass das viel zitierte Sicherheitspaket mit heißer Nadel gestrickt war und den Versprechungen von Schwarz-Grün nicht gerecht wird.“

Lisa Kapteinat: „BAMF-Chef stellt NRW miserables Zeugnis aus – Ministerin Paul muss sich endlich vor dem Untersuchungsausschuss erklären“

Lisa Kapteinat: „BAMF-Chef stellt NRW miserables Zeugnis aus – Ministerin Paul muss sich endlich vor dem Untersuchungsausschuss erklären“

In der heutigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses „Terroranschlag vom 23.08.2024“ (PUA V) wurde der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Herr Dr. Hans-Eckard Sommer, als Zeuge befragt. Hierzu erklärt Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende und Obfrau der SPD-Fraktion im PUA V:

„Der Präsident des BAMF hat heute eines sehr deutlich gemacht: Die Organisation asyl- und ausländerrechtlicher Fragen innerhalb der NRW-Landesregierung ist mehr als dysfunktional. Während andere Bundesländer die Themen über die Innenministerkonferenz koordinieren, sei die schwarz-grüne Landesregierung in diesem Gremium nicht sprechfähig. Das liege daran, dass die zuständige Abteilung im Ministerium von Frau Paul und nicht im Ministerium von Herr Reul angesiedelt ist. Der BAMF-Chef hat Nordrhein-Westfalen deshalb heute ein miserables Zeugnis ausgestellt.

Auch mit Blick auf die Zuständigkeit der Bundesländer für Abschiebungen sieht der BAMF-Chef in der dysfunktionalen Organisation der Landesregierung eine Ursache für die misslungene Rücküberstellung des mutmaßlichen Attentäters vom 23.08.2024. Abschiebungen seien schwierigste polizeiliche Aufgaben und könnten nicht ohne Weiteres durch Verwaltungsmitarbeitende durchgeführt werden. Zu Erinnerung: Die Zuständigkeit für asyl- und ausländerrechtliche Fragestellungen wurde unter der CDU-geführten Landesregierung aus dem Innenministerium herausgelöst.

Offenbar gab es aber auch über diese strukturellen Defizite hinaus große Versäumnisse der Landesregierung bei der Durchführung der geplanten Abschiebung des mutmaßlichen Attentäters. Dieser sollte eigentlich gemäß der Dublin-III-Verordnung im Juni 2023 nach Bulgarien rücküberstellt werden. Das scheiterte jedoch, nachdem er am Tag seiner geplanten Abschiebung nicht im Zimmer seiner Unterkunft anzufinden war. Einen weiteren Versuch innerhalb der Frist von sechs Monaten unternahmen die NRW-Behörden nicht.

Besonders brisant: Der mutmaßliche Attentäter war bereits im April 2023 für mehrere Tage nicht in seiner Unterkunft. Das BAMF hätte in Kenntnis dieses Falls prüfen können, ob der mutmaßliche Attentäter deshalb im Sinne der Dublin-Verordnung ,flüchtig‘ gewesen ist. Dies hätte zur Folge gehabt, dass sich die Frist zur Rücküberstellung um ein Jahr weiter verlängert hätte. Das Problem: NRW meldete diese Abwesenheit im April 2023 aber nicht an das BAMF, eine entsprechende Prüfung konnte somit gar nicht erst stattfinden.

Einmal mehr ist durch die heutige Vernehmung deutlich geworden, dass es bei Asyl- und Ausländerrechtsfragen in der NRW-Landesregierung drunter und drüber geht. Es ist an der Zeit, dass die zuständigen Fluchtministerin Josefine Paul endlich vor dem PUA dazu Stellung bezieht. Schwarz-Grün darf die Vernehmung nicht länger blockieren.“

Jochen Ott / Lisa Kapteinat zum Jahrestag des Terroranschlags vom 23.8.2024: „Blockade der Aufklärung ist beschämend“

Jochen Ott / Lisa Kapteinat zum Jahrestag des Terroranschlags vom 23.8.2024: „Blockade der Aufklärung ist beschämend“

Am morgigen Samstag, 23. August 2025, jährt sich der Terroranschlag von Solingen. Auf dem Stadtfest „Festival der Vielfalt“ starben vor einem Jahr drei Menschen und weitere acht Menschen wurden verletzt. Hierzu erklären Jochen Ott, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW, und Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende und Obfrau der SPD-Fraktion im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Terroranschlag vom 23.8.2024“ (PUA V):

Jochen Ott:

„Auch ein Jahr nach dem schrecklichen Attentat vom 23. August 2024 sind unsere Gedanken bei den Familien der Opfer und den Überlebenden, die immer noch unter körperlichen Einschränkungen oder psychischen Folgen der Messerattacke leiden. Seit drei Monaten läuft nun am Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess gegen den mutmaßlich islamistischen Täter, der den Messerangriff gestanden hat, und führt hoffentlich bald zu einem Urteil. Auf der Seite der Politik können wir aber immer noch nicht die Frage beantworten, ob der Anschlag hätte verhindert werden können. In den Tagen nach dem Messerangriff hatten noch alle unisono eine umgehende sowie umfassende Aufklärung gefordert und einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss angekündigt. Ein Jahr später müssen wir leider feststellen, dass die Regierung und die sie tragenden Fraktionen die Aufklärung im Untersuchungsausschuss blockiert – wahlweise um mögliche Fehler zu vertuschen oder die schlechte Kommunikation der Landesregierung zu kaschieren. Vor allem gegenüber den Opfern, ihren Familien und den Überlebenden ist das beschämend.“

Lisa Kapteinat:

„Statt der von Ministerpräsident Hendrik Wüst kurz nach dem Anschlag angekündigten maximalen Transparenz erleben wir durchgehend die maximale Blockade der schwarz-grünen Koalition; Anspruch und Wirklichkeit dieser Landesregierung stehen in keinem Verhältnis. Noch kein Ministerium hat bis heute eine Vollständigkeitserklärung abgegeben, dem PUA alle Informationen und Unterlagen gegeben zu haben. Chatnachrichten von Regierungsmitgliedern wurden offenbar rechtswidrig gelöscht, Beweisanträge der Opposition von CDU und Grünen unter Inkaufnahme von Verfassungsverstößen abgelehnt und das Verfahren verschleppt. Sei es durch die Ladung von irrelevanten Zeugen, durch die Abladung relevanter Zeugen oder durch eine ausufernde Bestellung von Sachverständigen: Die schwarz-grüne Koalition nutzt jedes Mittel, um den PUA künstlich in die Länge zu ziehen und seine Kontrollfunktion zu sabotieren. Ein Jahr nach dem Anschlag hat auf Grund dieser schwarz-grünen Aufklärungsblockade noch kein einziges Mitglied der Landesregierung dem PUA Rede und Antwort gestanden. Auch nicht die zuständige Fluchtministerin Josefine Paul, die nach dem Anschlag tagelang einfach abgetaucht war und anschließend das Parlament und die Öffentlichkeit monatelang ins Gesicht gelogen hat. Eine Vernehmung der Fluchtministerin rückt wegen CDU und Grünen in weite Ferne – das ist das Gegenteil von maximaler Transparenz!“

Rede zum kostenlosen Mittagessen für alle Kinder in NRW vom 10. Juli 2025 – Plenartage NRW

Rede zum kostenlosen Mittagessen für alle Kinder in NRW vom 10. Juli 2025 – Plenartage NRW

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Fast jedes vierte Kind in Nordrhein-Westfalen lebt in einem einkommensarmen Haushalt. Das bedeutet: Kein Frühstück, kein Pausenbrot – und das Schulessen kostet oft bis zu 5 Euro pro Tag. Für viele Familien ist das schlicht nicht bezahlbar. Das ist nicht nur ungerecht – das ist beschämend. Bildung beginnt mit einem vollen Magen. Ein kostenloses Mittagessen in Kitas und Schulen ist kein Luxus, sondern ein Grundbedürfnis. Es fördert Konzentration, soziale Teilhabe und Gesundheit. Es schafft echte Chancengleichheit – unabhängig vom Einkommen der Eltern. Die Landesregierung hat vor zwei Jahren einen Pakt gegen Kinderarmut angekündigt. Doch die aktuellen Zahlen zeigen: Es ist kaum etwas passiert. Förderprogramme wie das Bildungs- und Teilhabepaket oder der Härtefallfonds „Alle Kinder essen mit“ greifen zu kurz und sind viel zu bürokratisch. Wir fordern: ein gesundes, kostenfreies Mittagessen für alle Kinder und Jugendlichen in NRW, gleiche Bedingungen an allen Schulen und Kitas – keinen Flickenteppich und weniger Bürokratie und mehr direkte Hilfe. Wie viel ist uns ein voller Teller wert? Wir machen ein klares Angebot für mehr Bildungsgerechtigkeit und soziale Teilhabe.

Lisa Kapteinat: „Systematische Fehler beim NRW-Fluchtmanagement – Ministerin Paul hat offenbar kein Interesse an ihrem eigenen Verantwortungsbereich“

Lisa Kapteinat: „Systematische Fehler beim NRW-Fluchtmanagement – Ministerin Paul hat offenbar kein Interesse an ihrem eigenen Verantwortungsbereich“

In der gestrigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses V („Terroranschlag vom 23.08.2024“) berichtete ein Mitarbeiter der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) Bielefeld von systematischen Mängeln im NRW-Fluchtmanagement. Zudem versucht das Fluchtministerium in der aktuellen Ausgabe des Landtagsblogs abermals zu erklären, aus welchen Gründen Ministerin Paul am Anschlagswochenende nicht erreichbar gewesen sein soll. Zuvor hatte der Kölner Stadt-Anzeiger aufgedeckt, dass die Ministerin mehrfach Zeit gehabt hätte, auf den Kontaktversuch von Innenminister Reul zu reagieren. Hierzu erklärt Lisa Kapteinat, Obfrau der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„In der gestrigen PUA-Sitzung wurde Eines nochmal sehr deutlich: Fluchtministerin Paul hat sich offenbar viel zu lange nicht für ihren eigenen Verantwortungsbereich interessiert. Anders lassen sich die gravierenden Mängel, welche der Mitarbeiter der ZAB dargelegt hat, nicht erklären. So berichtete der Mitarbeiter unter anderem, dass das An- und Abwesenheitssystem in den Flüchtlingsunterkünften NRWs alles andere als verlässlich ist. Zur Erinnerung: Der mutmaßliche Attentäter des Anschlags vom 23.08.2024 wurde am Tag seiner geplanten Rücküberstellung nicht angetroffen, obwohl dieser noch am Vorabend laut System anwesend gewesen sein soll. Auch im Verlaufe des Tages der geplanten Rücküberstellung soll der Tatverdächtige wieder in seiner Unterkunft gewesen sein. Der Mitarbeiter der ZAB Bielefeld – welche im Verantwortungsbereich von Fluchtministerin Paul liegt – führte weiter aus, dass man bei geplanten Abschiebungen grundsätzlich die Betroffenen häufiger nicht antreffen würde, als das man sie antreffen würde.

Diese Zustandsbeschreibung ist ein Armutszeugnis der schwarz-grünen Landesregierung. Fluchtministerin Paul sprach kurz nach dem Anschlag immer wieder von systematischen Fehlern – zeigte mit dem Finger aber immer nur in die Richtung von Anderen. Nun wird immer offensichtlicher, dass vor allem in ihrem eigenen Verantwortungsbereich jahrelang Stillstand herrschte. Beispiel An- und Abwesenheitssystem in den Unterkünften: Mittlerweile musste die Fluchtministerin einräumen, dass alle ZABen in NRW viele Monate, teils über ein Jahr vor dem Anschlag, einen Zugriff auf dieses System vom Ministerium erhalten wollten – doch passiert ist nichts. Warum wurde dieses System nicht umgehend auf Wunsch der eigenen Experten angepasst? Die Ministerin schweigt dazu und bleibt dem Untersuchungsausschuss lieber fern.

Stattdessen fällt Ministerin Paul in letzter Zeit vor allem mit knappen, teils ausweichenden Pressestatements auf, welche ihr Abtauchen am Anschlagswochenende erklären sollen. Die jüngste Einlassung: Der Start des Programms am Sonntag sei spontan am Vorabend vorverlegt worden. Mit dieser Ausflucht der Ministerin stellen sich erneut viele Fragen: Wie kann es sein, dass die Ministerin morgens vom Innenminister kontaktiert wird und trotz angeblich vorverlegter Veranstaltung erst am Nachmittag wieder erreichbar ist? Und unabhängig von der SMS des Innenministers am Sonntagmorgen wussten ihr Ministerium und die Hausspitze doch alle Details über den Tatverdächtigen bereits am Vortag: Warum telefonierte die Ministerin nicht einmal vor der Veranstaltung, um sich zu informieren? Warum hat sie sich nicht verantwortlich gefühlt? Das sind alles Fragen, die die Ministerin nur selbst beantworten kann – doch in den Untersuchungsausschuss will sie immer noch nicht kommen.“

Rede zum Ruhrgebiet & der gerechten Verteilung des Sondervermögen vom 05. Juni 2025 – Plenartage NRW

Rede zum Ruhrgebiet & der gerechten Verteilung des Sondervermögen vom 05. Juni 2025 – Plenartage NRW

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Das Sondervermögen „Infrastruktur“ ist eine große Chance – für ganz Nordrhein-Westfalen, aber besonders für das Ruhrgebiet und andere strukturschwache Regionen. Es ist ein großer Erfolg für unser Land, dass die SPD der Union dieses Sondervermögen in den Koalitionsverhandlungen abringen konnte. Jetzt muss es darum gehen, wie das Geld gerecht verteilt werden kann. Unsere Forderung ist klar: Das Ruhrgebiet muss einen fairen Anteil bekommen. Es geht nicht um Almosen, sondern um Gerechtigkeit. Die Lebensbedingungen in NRW sind sehr unterschiedlich – das erleben Menschen im Ruhrgebiet tagtäglich. Wir fordern eine faire und bedarfsgerechte Verteilung der Mittel. Und die sind im Ruhrgebiet gut investiert: Erfolgsprojekte wie der Umbau der Emscher zeigen, was möglich ist – trotz schwieriger Rahmenbedingungen aufgrund von Altschulden und schwieriger Haushaltslage.