Lisa Kapteinat: „Sicherheitspaket droht zur Hälfte wegzubrechen – Zukunft von Ministerin Pauls Abschiebehaftanstalt bleibt ungewiss“
Nach übereinstimmenden Medienberichten über ein mögliches Scheitern der zweiten geplanten Abschiebehaftanstalt in Mönchengladbach beantragte die SPD-Fraktion eine Aktuelle Viertelstunde für den heutigen Integrationsausschuss. Hierzu haben wir Fluchtministerin Paul bereits am Vortag die Fragen der SPD-Fraktion übersandt, welche heute jedoch nur in Teilen beantwortet wurden. So bleibt immer noch offen, wann das NRW-Fluchtministerium erstmals von der Bundeswehr über die neue Situation informiert wurde und welche Alternativstandorte überhaupt in Frage kommen. Hierzu erklärt Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW:
„Die heutige Aktuelle Viertelstunde zeigte eines ganz deutlich: Der Bau der zweiten Abschiebehaftanstalt in Mönchengladbach ist alles andere als sicher. Aktuell wird noch geprüft, inwiefern eine Co-Nutzung zwischen der Bundeswehr und der Landesregierung möglich ist. Der Standort in Mönchengladbach wurde von Fluchtministerin Paul noch Anfang des Jahres als alternativlos bezeichnet. Im Ministerium scheint man nur noch nach dem Prinzip Hoffnung davon auszugehen, dass dort gebaut werden kann.
Damit steht das Prestigeprojekt von Fluchtministerin Paul und Ministerpräsident Wüst auf der Kippe. Nach dem furchtbaren Anschlag vom 23.08.2024 verkündete der Ministerpräsident sein sogenanntes Sicherheitspaket in Höhe von etwa 400 Millionen Euro. Die Hälfte dieser Summe sollte in die Errichtung dieser zweiten Abschiebehaftanstalt investiert werden. Deshalb geht es nicht nur um die erneute Planlosigkeit der Fluchtministerin – es geht um die Glaubwürdigkeit des Ministerpräsidenten: Sein Sicherheitspaket droht zur Hälfte wegzubrechen.
Der heutige Auftritt von Fluchtministerin Paul war leider erschreckend planlos: Statt das Zepter des Handelns in die Hand zu nehmen, verlor sich Fluchtministerin immer wieder in Ausflüchte. Viele Fragen wurden ignoriert, sie selbst scheint bei dem Thema gar nicht auf dem Platz zu sein. Dieses intransparente Verhalten dann noch mit Sicherheitsbedenken zu begründen ist wenig glaubwürdig. Angesichts der hohen Investitionssumme ist dieses Regierungshandeln und Kommunikationsverhalten beschämend.“
