Lisa Kapteinat / Torsten Klute: „Mehr Investitionsförderung durch das Land bedeutet sofort geringere Eigenanteile für Pflegebedürftige“

Lisa Kapteinat / Torsten Klute: „Mehr Investitionsförderung durch das Land bedeutet sofort geringere Eigenanteile für Pflegebedürftige“

 Laut dem Verband der Ersatzkassen liegt der Eigenanteil für einen Platz im Pflegeheim in Nordrhein-Westfalen aktuell bei 3.582 Euro pro Monat, ist im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um 270 Euro gestiegen und nur in Bremen und im Saarland noch höher. Hierzu erklären Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW, und Thorsten Klute, Sprecher für Gesundheit und Pflege:

Lisa Kapteinat:

„Die Eigenanteile für einen Pflegeheimplatz steigen unaufhaltsam. Während die Bundesgesundheitsministerin sich offensichtlich in endlosen Kommissionschleifen verheddert, scheint Pflege für Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann überhaupt kein Thema mehr zu sein. Die einzige Neuerung in der Pflege in NRW in diesem Jahrzehnt ist die Einführung der umstrittenen Pflegekammer geblieben. Dabei haben die Bundesländer mit der Investitionskostenförderung eine wichtige Stellschraube zur Senkung der Eigenanteile in den Pflegeheimen. Mehr Investitionsförderung durch das Land in NRW würde sofort geringere Eigenanteile für Pflegebedürftige bedeuten.“

Thorsten Klute:

„Viel zu viele Menschen können sich den Pflegeheimplatz nicht mehr leisten. Über die Ausgaben für Hilfen zur Pflege werden die Kosten dann auf die Städte und Gemeinden umgelegt. Diese Ausgaben steigen von Jahr zu Jahr. Immer häufiger zahlen also die Kommunen die Zeche für das Wegschauen von CDU und Grünen in NRW. Und zur Wahrheit gehört auch: Es ist völlig utopisch zu glauben, wir könnten dem Wachstum an Pflegebedürftigkeit in den nächsten Jahren mit vollstationären Einrichtungen begegnen. Deshalb kommt es umso mehr auf die Unterstützung der Pflege zu Hause an. Pflegende Angehörige sind die stillen Helden unserer Zeit. Sie endlich als vollwertige Träger der Pflege in NRW anzuerkennen, wird höchste Zeit. Mehr Fokus auf die ambulante Pflege, bessere Tagespflegeangebote und mehr Unterstützung bei der Pflege zu Hause – dazu werden wir in der kommenden Plenarwoche mit unserem Antrag „Eine bessere Pflege für NRW“ im Landtag auffordern.“