Lisa Kapteinat: „Olympia-Bewerbung: Wüst will Bürgerentscheid durch Kürzungen im Sport finanzieren“

Die Deutsche Presse-Agentur berichtet heute, dass die Landesregierung für die Bürgerentscheide über eine Olympia-Bewerbung Nordrhein-Westfalens einen Landesanteil in Höhe von 9,5 Millionen Euro einplant. Ein Blick in die Ergänzungsvorlage der Landesregierung zum Haushaltsentwurf 2026 zeigt, dass zur Gegenfinanzierung die Zuschüsse für Investitionen im Sport aus der ursprünglichen Haushaltsplanung um diese 9,5 Millionen Euro gekürzt werden sollen. Hierzu erklärt Lisa Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Schon seit Wochen zeigen die spärlichen Bemühungen des Ministerpräsidenten, dass er offensichtlich eine Olympiabewerbung zum Nulltarif haben will. Nun sollen auch die Kosten für die anstehenden Bürgerentscheide ausschließlich aus bereits eingeplanten Mitteln für die Modernisierung von Sportstätten finanziert werden. Das bedeutet: Das Geld, das hier eingesetzt wird, fehlt dem Sport in NRW dann an einer anderen, ganz entscheidenden Stelle. Wir dachten, Hendrik Wüst hätte verstanden, dass er für eine erfolgreiche Olympia-Bewerbung endlich mehr Engagement zeigen muss. Stattdessen nimmt er dem Sport sogar Geld für die Modernisierung weg. Das ist noch nicht einmal mehr ,linke Tasche, rechte Tasche‘, sondern blockiert die dringend notwendigen Maßnahmen in unserer Sport-Infrastruktur. Dabei soll Olympia doch ein Gemeinschaftsprojekt sein, von dem alle profitieren. Bisher kommt es aber offenbar vor allem den Sport selbst nur teuer zu stehen. Dass ausgerechnet die Modernisierung von Sportstätten nun zum Opfer fallen sollen, entlarvt Hendrik Wüsts aktuelle Modernisierungskampagne zusätzlich als blanken Hohn. Mit diesem Vorgehen treibt der Ministerpräsident zudem einen Keil zwischen die NRW-Regionen. In Ostwestfalen werden möglicherweise Investitionen blockiert, damit andernorts die Bürgerentscheide bezahlt werden können. Das ist ein weiteres Problem seiner Finanzplanung.

Da passt es gut, dass am Dienstagnachmittag der Sportausschuss im Landtag die Expertenanhörung zu unserem Antrag „NRW muss funktionieren: Sanierungsstau bei Sportstätten beseitigen und die Zukunft unserer Sportanlagen sichern“ durchführt. Da kann die schwarz-grüne Koalition noch einmal in sich gehen und ihre Kürzungspläne überdenken. Noch ist der Haushalt nicht verabschiedet.“